Deniz Ohde Deniz Ohde

Podcast: Creepy Kinderspiele | mit Lilian Peter

Im Podcast des Aargauer Literaturhauses sprechen Deniz Ohde und Lilian Peter mit Dr. Cédric Weidmann über das Verhältnis kindlicher Spiele zum Schreiben.

Deniz Ohde hat im Frühjahr 2025 den Essay «Gedankenspiele über das Geheimnis » veröffentlicht. Lilian Peter, Übersetzerin und preisgekönte Essayistin, beschäftigt sich in ihrem Band «Mutter geht aus»  unter anderem mit Kinderspielen. Ein Thema, das auch in Ohdes Essay eine Rolle spielt. Im Podcast unterhalten sich die Schriftstellerinnen über Truhen, tote Vögel, Abseiten, Detektivbüros und vieles mehr.

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Podcast: Dichtung & Wahrheit

In dieser Folge Dichtung & Wahrheit ist Deniz Ohde zu Gast. Ausgehend von ihrem neuen Roman Ich stelle mich schlafend, der einen versuchten Femizid thematisiert, geht es im Gespräch mit der Autorin um die verschiedenen Facetten, die Liebe einnehmen kann, um die Entstehung und die Grauzonen sexualisierter Gewalt und wie man darüber schreibt. Die Autorin spricht mit Silke Hohmann außerdem darüber, wie ihre beiden Romane entstanden sind, wieso manche Buchideen ihre Zeit brauchen und wie sie ihre Romancharaktere kennenlernt und dadurch weiterentwickeln kann.

Nach ihrem preisgekrönten Romandebüt Streulicht zeichnet Deniz Ohde in Ich stelle mich schlafend das Porträt einer Frau, die sich aus einer toxischen Beziehung und von emotionalen Abhängigkeiten befreit. Der Roman ist die Rekonstruktion eines versuchten Femizids und eine eindringliche Beschreibung patriarchaler Strukturen und deren Einfluss auf unsere Leben.

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Dem Geheimnis verpflichtet

Dem Geheimnis verpflichtet. Rede zur Verleihung des Georg-Christopg-Lichtenberg-Preises 2024

Auszug aus der Rede zur Verleihung des Georg-Christoph-Lichtenberg-Preises 2024

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Das geheime Schreiben ist mein Urzustand. Es war zuerst der vorsprachliche Eindruck, meinem Leben als zweite wahrnehmende, manchmal kommentierende Instanz beizuwohnen. Später manifestierte es sich in den ersten Diddl-Tagebüchern, noch später notierte ich im damals so genannten Web 2.0 in einem Blog die Beobachtungen meiner langen Bahnfahrten, der Gänge durch Stadtzentrum und Industrierand und auch die Dramen der mittleren Teenagerjahre, Absätze aus je ca. 200 Wörtern, in einem Rutsch heruntergeschrieben, überarbeitet und sofort veröffentlicht. Neben dem nur halbgeheimen, weil zwar anonym geführten, aber öffentlich einsehbaren und vom Literaturarchiv in Marbach archivierten Blog, gab es noch einen mit Passwortschutz. Mein Ausbildungsort war das weiße Fenster eines 19 Zoll Medion-Bildschirms. Dabei war auch dies eine Art Sudelbuch. Eine Sammlung an Eindrücken und Geistesblitzen, Gesprächsfetzen und Songzitaten. Eine Übung im Beobachten, eine Eichung auf meine Wahrnehmung und ihre Artikulation – die Masse, die ich zu Fiktion formen konnte oder die meine Fantasie inspirierte. Es waren Vorformulierungen dessen, was noch kommen sollte, ein Steinbruch, an dem ich die Bildhauerei lernte, ohne mir der Tragweite dieses Lernens bewusst zu sein, und die ersten Figuren waren noch etwas unförmig, die Proportionen irgendwie falsch, krumm und schief standen sie im blauen Licht des Plasmabildschirms, aber wenigstens lagen Herz und Kopf nah beieinander.

[…]

Die vollständige Rede ist bei hr2 zu hören.

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